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Hand

Feinstes Gefühl, Arbeiten mit hoher Beweglichkeit und Geschicklichkeit, aber auch stärkste Haltekraft – Das komplexe Zusammenspiel der 28 Knochen und 33 Muskeln macht es möglich. Schon geringe Beeinträchtigungen führen frühzeitig zu spürbaren Einschränkungen.

Typische Erkrankungen

Karpaltunnelsyndrom

Symptome
Einschlafen und verringertes Gefühl in den Kuppen des Daumens und der speichenseitigen Finger sind häufig die ersten Beschwerden. Dazu kommen oft Schmerzen in der Nacht, die den Schlaf unterbrechen und stören. Eine kurzfristige Besserung kann durch Schütteln des Armes oder Massieren der Finger erreicht werden, die Beschwerden werden aber über die Zeit zunehmend stärker und die Schmerzen strahlen auch in den Arm bis zur Schulter aus. Durch die Gefühlsminderung können feine Tätigkeiten, wie Knöpfe schließen oder Münzgeld abzählen nach und nach immer schwerer ausgeführt werden. Es fehlt das „Feingefühl“ mit vermindertem Einsatz der Hand.

Entstehung
Am Handgelenk beugeseitig treten Beugesehnen, Arterien und Nerven aus dem Unterarm in die Hand. Dabei müssen die Sehnen und der Handmittelnerv (n. medianus) einen weitgehend von Handwurzelknochen geformten Kanal (Karpalkanal oder Karpaltunnel) passieren. Wenn es nun zu einer Inhaltvermehrung z. B. durch Verdickung des Sehnengleitgewebes, altersbedingt oder auch im Rahmen eines Diabetes mellitus oder einer Schwangerschaft kommt, erhöht sich auch der Druck innerhalb des Kanals und die sensiblen Strukturen werden komprimiert. Auch eine Verkleinerung des Kanaldurchmessers im Rahmen von verschobenen Brüchen am Handgelenk oder Veränderungen der Handwurzelknochen führt zu einer Druckerhöhung im Kanal. Dabei wird die Durchblutung aller Strukturen gemindert und der Nerv als empfindlichster Partner wird dadurch am frühesten irritiert. Diese Irritation löst am Anfang Gefühlsminderung und Missempfindungen aus, die sich im weiteren Verlauf zu Schmerzen, Kraftminderung oder sogar Rückgang von Muskulatur am Daumenballen verstärken können. Weil in der Nacht der Blutdruck absinkt, treten anfänglich die Beschwerden häufig nachts auf.

Diagnostik
Wenn solche Beschwerden auftreten, sollte zur weiteren Abklärung die Vorstellung beim Neurologen erfolgen. Dort wird mithilfe einer speziellen Messung die Nervenleitgeschwindigkeit über dem Karpalkanal bestimmt. In diesem Rahmen kann das Ausmaß der Beeinträchtigung dargestellt werden. Eine Röntgenaufnahme des Handgelenkes zum Ausschluss knöcherner Einengungen wird angeschlossen.

Therapie
In leichten Fällen kann ein konservativer Therapieversuch mit Anlage von Nachtlagerungsschienen und Vitamingaben begonnen werden. Sollten die Beschwerden darunter nicht besser werden oder sich sogar verschlechtern wird das operative Vorgehen empfohlen.

Ohne Operation und verbleibender Einengung des Nervs wird dieser im Verlauf immer weiter durch den bestehenden Druck geschädigt, so dass die Beschwerden zunehmen bis er untergeht und sich nicht mehr erholen kann.

Morbus Dupuytren

Symptome
Meist beginnt die Erkrankung im mittleren Lebensalter mit einer Knötchenbildung in der Hohlhand oder mit schmerzlosen Strängen, die im weiteren Verlauf zu einer zunehmenden Beugung einzelner oder mehrerer Finger führen kann. Dabei kommt es zu einem Verlust der freien Fingerstreckung. Selten auch zu Schmerzen bei Druck auf die Knoten während des Faustschlusses. Veranlagungsbedingt tritt diese Krankheit schleichend auf und ist nicht rückgängig zu machen.

Entstehung
Es besteht eine genetische Veranlagung für die Veränderung des normalerweise weichen und elastischen Gewebes unter der Haut der Handinnenfläche. Dabei tritt eine Verkürzung und Verplumpung der Fasern ein, die dann zu den Knötchen oder Strängen führen kann. Die Veranlagung kommt familiär gehäuft vor, ist im Verlauf aber nicht vorhersehbar.

Diagnostik
Die Veränderungen sind in ihrem Auftreten so typisch, dass es sich um eine Blickdiagnose handelt und weitere Untersuchungen nicht erforderlich sind.

Therapie
Es existiert keine vorbeugende Therapie, konservative Maßnahmen helfen nicht. Die Veranlagung selbst kann nicht therapiert werden. Bei zunehmender Funktionsstörung der Hand sollte daher rechtzeitig die chirurgische Therapie eingeleitet werden, um Spätfolgen zu vermeiden.

Schnappfinger

Symptome
Beim Strecken der Finger aus dem Faustschluss kommt es zu einem Schnappen in den Mittelgelenken und Schmerzen über den Grundgelenken in der Hohlhand. Oft sind die Schmerzen am Morgen am heftigsten und bessern sich im Laufe des Tages.

Entstehung
Eine eigentliche Ursache ist in den meisten Fällen nicht zu finden. Gelegentlich geht eine Überlastung (z. B. Schneidearbeiten im Garten) voraus.

Diagnostik
Es zeigen sich ein typisches Schnappphänomen und ein Druckschmerz am Ringband in Höhe des Grundglieds. In den Beugesehnen kann eine Verdickung getastet werden. Zum Ausschluss einer knöchernen Beeinträchtigung wird ein Röntgenbild angefertigt.

Therapie
Die Therapie beginnt mit der örtlichen Einspritzung eines lokalen Betäubungsmittels mit einem Cortisonzusatz. Dieser Vorgang kann wiederholt werden. Bei ausbleibendem Erfolg kann das erste Ringband des Fingers in örtlicher Betäubung geöffnet werden, um die Engstelle für die Sehnen zu beheben.

Handgelenksganglion (Überbein)

Symptome
Spontan auftretende prallelastische Schwellung am Handrücken oder am beugeseitigen Handgelenk. Meistens schmerzfrei.

Entstehung
Eine eigentliche Ursache ist in den meisten Fällen nicht zu finden. Gelegentlich sind Verletzungen im Handgelenk als Ursache auszumachen.

Diagnostik
Typische Schwellung am Handgelenk mit gelegentlichem Druckschmerz. Oft wechselnde Größe. Es wird eine Röntgenaufnahme gefertigt, um Veränderungen in den Handwurzelknochen auszuschließen.

Therapie
Bei Beschwerden oder störender Größe des Ganglions kann es durch eine ambulante Operation beseitigt werden. In wenigen Fällen kann es allerdings wieder auftreten.

Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenkes)

Symptome
Häufig treten anfänglich einschießende Schmerzen im Daumensattelgelenk unter Belastung auf (oft aber auch in Ruhe), die dann schnell wieder abklingen. Im Verlauf werden diese Schmerzen immer häufiger, auch ohne Belastung, und brauchen längere Zeit bis sie wieder verschwinden.

Entstehung
Die Ursache dafür ist meist ein Verschleiß des Gelenks (Arthrose). Das Daumensattelgelenk ist eines der am meisten beanspruchten Gelenke der Hand und ist das Gelenk, das den Daumen den Fingern gegenüberstellt und bei jedem Zugreifen belastet wird. Daher kommt es dort auch vermehrt zu Verschleißerscheinungen.

Diagnostik
Meist sieht man schon eine Schwellung des Daumensattelgelenks mit Schmerzen beim Druck auf das Gelenk und eingeschränkter Beweglichkeit, so dass der Daumen nur noch erschwert die Fingerkuppe des Kleinfingers erreicht. Das Zugreifen unter Belastung (z. B. das Auswringen eines Lappens oder das Öffnen eines Schraubverschlusses) bereiten Schmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium der Bewegungseinschränkung kann es zu einem Überstrecken des Daumengrundgelenks kommen, um bei Einschränkung im Sattelgelenk die Daumenspreizung zu gewährleisten.

Im Röntgenbild sieht man die typischen Veränderungen am Gelenkknochen mit Verschwinden des Gelenkspalts, Verdichtung der Knochenstruktur und Anbauten an den Gelenkflächen.

Therapie
Die Therapie besteht in konservativen und operativen Maßnahmen. Der Erhalt der Beweglichkeit und der Funktionalität der Hand ist das generelle Ziel. Den ursächlichen Verschleiß und den Verlust der glatten Knorpeloberfläche können wir nicht rückgängig machen. Deshalb versucht man die Schmerzhaftigkeit zu reduzieren um den Alltagseinsatz der Hand zu erhalten.

Initial kann mit einer medikamentösen Therapie oder kurzfristiger Stabilisierung durch eine Schiene gearbeitet werden, die jedoch die Funktion der Hand stark beeinträchtigt, da die Beweglichkeit des Daumens teilweise aufgehoben wird. Eine längerfristige Therapie mit Tabletten empfiehlt sich nicht, da sie eine erhöhte Gefahr von Nebenwirkungen mit sich bringt. Eine Röntgenbestrahlung kann auch eine Schmerzlinderung bewirken. Wenn die Schmerzen zu stark werden, ist eine Operation mit Resektionsarthroplastik angezeigt. Künstliche Gelenke (Prothesen) haben bisher keine guten Erfolge gebracht. Bei der Resektionsarthroplastik wird eine Gelenkfläche des Sattelgelenks (das große Vieleckbein) entfernt und die Stabilität des Daumens mit einem Sehnenstreifen wiederhergestellt. Diese Operation wird kurzstationär für ca. 2-3 Tage in der Klinik durchgeführt. Zur Narkose kann in Rücksprache mit dem Narkosearzt eine Armnarkose oder auch eine Vollnarkose gewählt werden. Die Ruhigstellung des operierten Gelenkes wird für 6 Wochen mit Schiene oder Bandage beibehalten, die restlichen Finger können frei bewegt werden. Im Anschluss wird mit Krankengymnastik die Beweglichkeit wiederhergestellt. Die ambulante Weiterbetreuung kann hier oder beim Hausarzt durchgeführt werden.

Die meisten Patienten werden durch diese Operation beschwerdefrei, die Beweglichkeit verbessert sich. Bis dahin ist jedoch manchmal ein längerer Zeitraum erforderlich (in Ausnahmen bis zu sechs Monate). Eine geringe Verkürzung des Daumens kann auftreten, die die Funktion des Daumens jedoch nicht beeinträchtigt. Da die grobe Kraft oft schon lange Zeit gemindert ist, kann diese auch nach der Operation vermindert bleiben. Die Hand kann nach der Ausheilungszeit wieder uneingeschränkt verwendet werden.

Handgelenksverletzung

Symptome
Die Schmerzen sind häufig unter oder nach Belastung der Hand vor allem zur Nacht verstärkt und benötigen zunehmend längere Zeit, um sich wieder zu beruhigen.

Entstehung
Das Handgelenk setzt sich aus den beiden Unterarmknochen (Speiche und Elle) sowie der ersten Reihe der Handwurzelknochen zusammen. Eigentlich handelt es sich sogar um zwei Gelenke, nämlich das eigentliche Handgelenk (für Beugung / Streckung und Abbiegung speiche- und ellenseitig), sowie das Unterarmdrehgelenk zwischen Speiche und Elle (für die Rotation der Hand). Um diese drei Bewegungsrichtungen zu ermöglichen, ist am ellenseitigen Handgelenk eine Knorpelscheibe zwischen Ellenkopf und Mondbein eingeschaltet, ähnlich dem Meniskus im Knie. Diese Knorpelscheibe wird „Diskus“ genannt.

Bei Stürzen auf die Hand kann dieser Diskus verletzt werden und reißen, entweder im Zusammenhang mit einem Unterarmbruch oder auch isoliert. Daneben gibt es im Rahmen von Verschleißerkrankungen Veränderungen am Diskus, die Schmerzen bereiten können.

Auch Bänder, die die Handwurzelknochen miteinander verbinden und so zur Stabilität beitragen, können im Rahmen von Verletzungen reißen oder sich degenerativ verändern und Schmerzen verursachen.

Diagnostik
Es werden Röntgenbilder des Handgelenks und spezielle Belastungsaufnahmen angefertigt, die Hinweise auf die Schmerzursache geben. Zur weiteren Abklärung ist häufig auch eine Kernspinuntersuchung (MRT) erforderlich.

Therapie
Wenn sich der Verdacht einer Handgelenksverletzung bestätigt, wird die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) empfohlen. Dieser Eingriff erfolgt ambulant. Dabei wird mit einer Kamera über zwei kleine (1 cm) Schnitte am streckseitigen Handgelenk in das Gelenk eingegangen. Gleichzeitig werden Instrumente in das Gelenk eingeführt, mit denen die Bänder und der Diskus auf Veränderungen untersucht werden. Nach Sichtung der Verhältnisse können die verletzten Anteile des Diskus oder Bandreste mit Hilfe kleiner Stanzen oder Messer entfernt werden. Veränderungen an der Knorpeloberfläche werden geglättet, das gesamte Gelenk gespült. Diese Operation kann nach Rücksprache mit den Narkoseärzten in Armbetäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Wenn Sie möchten, können Sie die Operation auf dem Monitor mitverfolgen.

Nach Beendigung der Spiegelung werden die Wunden verschlossen, ein Verband angelegt und das Gelenk mit einer Kunststoffschiene zum selbsttätigen Abwickeln ruhiggestellt. Die Finger können Sie sofort nach Abklingen der Betäubung bewegen und wieder einsetzen. Für den Tag nach der Operation erhalten Sie einen Nachschautermin in der Praxis. Dabei reicht meistens schon ein Pflaster für die Wunden aus. Die Schiene bleibt für ca. 5-7 Tage. Anschließend kann das Handgelenk wieder im vollen Umfang bewegt werden. Manchmal ist zusätzlich krankengymnastische Unterstützung nötig. Die Fäden werden nach etwa 12 Tagen entfernt. Bis zur vollen Erholung und Belastbarkeit bedarf es je nach Verletzung nochmals ca. 2-4 Wochen.

Die meisten Operationen an Handgelenk, Hand und Fingern können problemlos ambulant durchgeführt werden und ersparen Ihnen einen Krankenhausaufenthalt. Eine Ruhigstellung ist in der Regel nur für kurze Zeit notwendig.

Nach handchirurgischen Therapien bieten wir regelmäßige Kontrollen in enger Zusammenarbeit mit Krankengymnasten und Ergotherapeuten an.

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