i

Schnellkontakt

Unsere Sprechzeiten:
Mo-Do
8:00—12:00 Uhr
14:00—17:00 Uhr
Fr
8:00—15:00 Uhr

Hier einfach online einen Termin vereinbaren

Laden Sie sich vor ihrem Besuch den OCW Aufnahmebogen und den Covid-19 Fragebogen herunter und füllen diese aus.

Arthrose & Knorpelschäden

Typische Erkrankungen

Knorpelschäden können akut oder chronisch auftreten und sind eine häufige Ursache für anhaltende Schmerzen. Oft beginnen Knorpelschäden mit einer Knorpelerweichung (Chondromalazie). Da der Knorpel keine Nerven besitzt, merkt man diese ersten Anzeichen eines Knorpelschadens nicht. Bei fehlender Behandlung wird der Knorpel brüchig, fasert auf und bricht ab. Sobald der Knorpel abgebrochen ist und die Knochenoberfläche freiliegt, treten meist starke Schmerzen bei Belastung auf, da nun der unterliegende Knochen und die Schleimhäute im Gelenk mitbetroffen sind.

Bei einer Arthrose ist neben dem Knorpelschaden eine chronische Entzündungen in starker oder schwächerer Ausprägung vorhanden. Die Gelenkschmiere ist dünnflüssiger und hat eine geringere Schmierleistung.  Leider ist die Arthrose zum derzeitigen Stand nicht heilbar, aber mit verschiedensten Therapieansätzen zu behandeln.

Therapieformen

Ernährung und Sport
Im akuten Schmerzmoment wird eine Linderung durch Salbenumschläge, Schmerzmittel- Tabletten (sog. NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen o.ä.), oder durch eine Injektion mit Kortison in das Gelenk erzielt. Durch diese Therapie wird der Schmerz betäubt und die im kranken Gelenk ablaufende Reizung unterdrückt. Dies darf keine Dauerlösung sein!

Probieren Sie zunächst die lokale Salbenaufbringung bevor Sie zur Tablette greifen!

Bei stark geschwollenen Gelenken bringt die Punktion eine zusätzliche Entlastung.

Akutbehandlung
Da der Knorpel nicht durchblutet ist, bekommt er seine Nährstoffe über die Gelenkflüssigkeit. Durch Bewegung und Belastung werden diese in den Knorpel transportiert. Schonende Belastung und gesunde Ernährung sind somit wichtig für das arthrotische Gelenk.

Folgende Sportarten sind aus unserer Sicht besonders geeignet, ein geschädigtes Gelenk beweglich und schmerzarm zu halten:

  • Schwimmen / Aquajogging
  • Walking / Radfahren (auch mit dem E-Bike)
  • Yoga / Tai Chi
  • gezielte Kraft- und Koordinationsübungen (nur unter Anleitung!)

Für den therapeutischen Nutzen bei Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Glukosamin oder Chondroitinsulfat gibt es keinen sicheren Beleg für eine strukturmodifizierende (chondroprotektive) Wirkung.

Im Bezug auf Ernährung wird der reduzierte Konsum von Fleisch empfohlen. Auch wird einigen Gewürzen, wie z.B. Curcuma, Kreuzkümmel, Koriander oder Muskat eine positive Wirkung bei Arthroseproblemen nachgesagt. Wissenschaftliche Studien können dies jedoch nicht belegen.

PRP-Injektionen
Thrombozytenangereichertes Plasma (PRP) – Serumtherapie

Die Eigenbluttherapie ist seit Jahrzehnten angewendet. Die Behandlung mit körpereigenem Serum stellt ein neuartiges Behandlungsverfahren zur Therapie verschleißbedingter Gelenkbeschwerden sowie Muskel- und Sehnenverletzungen dar.  Die Therapie beruht auf der Annahme, dass im Blut des Menschen enthaltene Wachstums-, aber auch körpereigenen entzündungshemmenden Faktoren,  unterschiedliche Heilungsvorgänge positiv beeinflussen.

Durch diese körpereigenen „Reparatur- Botenstoffe“ können die Heilung unterstützt, Entzündungen reduziert und Reparaturvorgänge aktiviert werden. Zur Behandlung der Arthrose, aber auch bei Sportverletzungen, setzen wir daher dieses Serum ein.

Die Behandlung mit körpereigenem Serum ist folglich eine innovative Behandlungsweise. 2019 wurde erstmals in einer LEVEL I Studie (höchste wissenschaftliche Stufe) die Überlegenheit des PRP im Vergleich zu Hyaluronsäure bei milder und moderater Kniegelenkarthrose aufgezeigt. Ältere Level III / IV Studien zeigten bereits entsprechende Verbesserungen hinsichtlich des Schmerzverlaufs und der Beweglichkeit.
Die Serum-Behandlung Therapie kann daher nach dem bisherigen Erkenntnisstand bei schmerzhaften leichten bis mittelschweren Arthrosen (Arthrosen Grad I-III) und frischen Muskel- und Sehnenverletzungen helfen.

Wie läuft eine Therapie ab?
Eine kleine Menge Blut wird wie für eine Blutuntersuchung aus der Armvene entnommen. Durch ein spezielles Trennverfahren wird der Teil des Blutes gewonnen, der körpereigene regenerative Bestandteile enthält. Das so gewonnene Plasma wird anschließend in das betroffene Gewebe / Gelenk injiziert.
Die wissenschaftliche Abkürzung stammt aus dem Englischen >PRP< (platlet riched plasma – Thrombozytenangereichertes Plasma)

Studien & wissenschaftliche Informationen:
Kuan et al; Arthroscopy 2019
Cerza et al. AJSM 2012
Deans et al. JFAS 2012

Hyaluronsäure
Die Hyaluronsäure ist ein wichtiger Baustein in unserem gesamten Körper und unseren Gelenken. Sie besitzt eine extrem hohe Fähigkeit Wasser an sich zu binden und unterstützt so die Stossdämpferfunktion des Knorpels und die Schmiereigenschaften der Gelenkflüssigkeit. Künstlich hergestelltes Hyaluronan wird durch eine Spritze direkt in das betroffene Gelenk injiziert. Die Wirksamkeit bei Arthrosebeschwerden von Hyaluronsäure als Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.

Hyaluronsäure geben wir in einer Spritzenkur von 3 bis 5 Spritzen im wöchentlichen Abstand. Es gibt auch Hyaluronsäuren die in einer einzelnen Spritze verabreicht werden, welche wir in speziellen Fällen anwenden.
Die Kosten der HA-Injektionen werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Studien & wissenschaftliche Informationen:
Kuan et al; Arthrscopy 2019
Cerza et al. AJSM 2012
Deans et al. JFAS 2012

Folgende konservative Behandlungsmöglichkeiten empfehlen wir Ihnen bei einer Arthrose:

  • Gewichtsoptimierung bei Arthrose an Hüfte / Knie / Sprunggelenk
    • ausreichende Bewegung und Belastung zur Ernährung des restlichen Knorpels und Erhalt der allgemeiner Fitness
    • Lokale Salbenaufbringung (z.B. Diclofenac / Ibuprofen o.ä.)
    • Als Bedarfsmedikation (z.B. Diclofenac / Ibuprofen o.ä ) – Keine Dauereinnahme!
  • Akupunkturbehandlung zur Schmerzlinderung (bei der Kniearthrose zahlt sogar die gesetzliche Krankenkasse 6-10 Behandlungen pro Jahr)
  • Hyaluronsäure – Spritzentherapie (i.d.R. 3-5 Spritzen)
    • PRP-Behandlung (i.d.R. 3 Injektionen)

Therapieplanung
Wichtig ist, dass wir eine genaue Diagnostik Ihres Gelenks durchgeführt haben, um Sie über die für Sie bestmögliche Therapieform zu beraten. Unser Ziel ist es, Ihr eigenes Gelenk so lange wie möglich schmerzfrei zu erhalten!

Daher kann es in einigen Fällen auch notwendig sein, zusätzlich mit besonderen Einlagen oder Orthesen zu arbeiten. Gibt es die Möglichkeit ihr Gelenk durch eine spezielle Operationstechnik zu erhalten, werde wir dies natürlich auch mit Ihnen besprechen.

Weiterführende wissenschaftliche Literatur:
Leitlinie Gonarthrose 2018 – AWMF
Thema Nahrungsergänzungsmittel: Arthritis & Rheumatology (2017 69: 77-85)

Zurück zur Übersicht
Nach oben